Demenz (Alzheimer)

Die Demenz ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, wobei Nervenzellen unwiderruflich geschädigt werden. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an einer Demenz zu erkranken. Derzeit gibt es rund 1,7 Millionen Demenzerkrankte in Deutschland.

Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell, mit einem progressivem Verlauf.

Die Auswirkungen der Erkrankung liegen im Bereich der kognitiven Störungen (Gedächtnisschwäche, eingeschränkte Orientierung sowie Sprachstörungen), affektive Störungen (Depressionen, Angst, Unruhe oder Aggressionen) und motorische Störungen (Muskelabbau, Inkontinenz und Koordinationsschwäche).

Die Ursachen einer Demenz sind noch nicht ganz geklärt. Zum einem gehören neurodegenerative Erkrankungen, wie z.B. beim Alzheimer oder auch Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn, was zu einer vaskulären Demenz führt, dazu. Seltener können auch Schädel-Hirn-Verletzungen, Neurologische Erkrankungen (z.B. Parkinson), Infektionen, Stoffwechselerkrankungen, Medikamente oder Vitaminmangelzustände Ursache einer Demenz sein.

Die Demenz betrifft nicht nur den Erkrankten selbst, sondern sein komplettes soziales Umfeld.

Die Erkrankung stellt alle in der Pflege Beteiligten vor eine besondere Herausforderung. Selbst professionelle Pflegekräfte kommen oft an ihre Grenzen. Um so wichtiger ist es pflegende Angehörige zu schulen, sodass sie Empathie für den Dementen entwickeln. Den Dementen dort abzuholen, wo er sich kognitiv gerade befindet, ist wichtig für eine Vertrauensbasis. Dies erleichtert den Umgang mit den Dementen. Die Angehörigen benötigen viel Wissen über die Erkrankung und ihrem Verlauf. Sie sollten einen Gefühl dafür entwickeln, welche Fähigkeiten noch vorhanden sind um diese so lange wie möglich zu erhalten und zu fördern.

Die häufigste Form (60%) der Demenz ist dabei die Alzheimer-Krankheit.

Diese Erkrankung wurde 1906 erstmalig vom Neurologen Alois Alzheimer beschrieben.

Die genaue Ursache ist auch hier nicht bekannt. Es kommt zum Verfall von Nervenzellen und in Folge dessen zum Gedächtnisverlust, Sprachstörungen, Orientierungslosigkeit, Veränderungen der Persönlichkeit und der Verhaltensweisen des Betroffenen.

Der Verlauf der Alzheimer-Krankheit wird in 3 Phasen unterteilt:

  • Kurzzeitgedächtnis lässt nach
  • Gemindertes Urteilsvermögen
  • Stimmungsschwankungen
  • Ausdrucksproblem
  • Neues kann nicht mehr erlernt werden
  • Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen
  • Beeinträchtigung des Langzeitgedächtnisse
  • Zunehmende Unterstützung im Alltag notwendig
  • Inkontinenz
  • Motorische Störungen
  • Bettlägerigkeit (bis hin zur vollständigen Pflegebedürftigkeit)

Was können erste Hinweise einer Demenz sein?

  • Kurz zurückliegende Ereignisse werden vergessen
  • Sprachstörungen, z.B. fallen Begriffe nicht mehr ein
  • Es wird schwerer gewohnte tägliche Tätigkeiten auszuführen, z.B. Kaffee kochen
  • Interesse an Hobbys, sozialen Kontakten oder Arbeit schwindet rapide
  • Logisches Denken ist beeinträchtigt, z.B. Wohnungstür abschließen beim Verlassen der Wohnung
  • Wort- oder Satzwiederholungen
  • Abstreiten von Fehlern, z.B. „Ich habe den Herd gar nicht angemacht.“
  • Gefahren nicht richtig einschätzen, z.B. ein heißes Bügeleisen
  • Probleme sich in ungewohnter Umgebung zurecht zu finden
  • Verhaltensänderung, z.B. Unruhe oder Aggressionen
  • Stimmungsschwankungen

Bei kurzfristigen Anzeichen dieser Symptome können auch andere Erkrankungen eine Rolle spielen. Sollten diese Symptome länger als 6 Monate auftreten, kann eine Demenz die Diagnose sein. Daher ist es wichtig die Diagnose durch einen Facharzt stellen zu lassen. Die Diagnose ist wichtig für eine gezielte Behandlung (z.B. Gedächtnistraining, Medikamente) und Voraussetzung für die weiter Lebensplanung, sowie für eine entsprechende Umfeldgestaltung (z.B. Schilder an Türen anbringen).