Diabetes mellitus

Der Diabetes mellitus (die sogenannte „Zuckerkrankheit“) ist eine chronische Erkrankung des Stoffwechsels und betrifft vor allem den Kohlenhydratstoffwechsel. Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig, gar kein Insulin oder es liegt eine Insulinresistenz vor. Das Hormon Insulin ist dafür verantwortlich, dass Zucker in die Zellen gelangen kann und dient somit als Energielieferant.

Es gibt 2 Arten von Diabetes, den Typ 1 Diabetes und den Typ 2 Diabetes.

Der Typ 1 Diabetes oder auch „jugendlicher Diabetes“ genannt, tritt häufig im Kindes- und Jungendalter auf. Bei dieser Form handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Antikörper die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören und es somit zu einer mangelnden bis gar keiner Insulinproduktion kommt. Die Ursachen sind noch nicht genau geklärt, man vermutet genetische Faktoren zusammen mit anderen Einflussfaktoren.

Therapieren kann man den Typ 1 Diabetes in erster Linie durch Insulingabe, aber auch hier ist eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung wichtig.

Der Typ 2 Diabetes ist weit verbreitet, ca. 8 Millionen Deutsche sind davon betroffen. Diese Form des Diabetes etabliert sich in der Regel nach dem 40. Lebensjahr. Auf Grund der sich wandelnden Lebensstile, durch mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und Übergewicht erkranken auch zunehmend jüngere übergewichtige Menschen an dem Diabetes Typ 2. Bei diese Form kommt es zu einer Insulinresistenz, das heißt es entsteht eine mangelnde Insulinwirkung an den Körperzellen

Begünstigende Faktoren sind Übergewicht, ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und eine genetische Veranlagung.

Die Symptome entwickeln sich schleichend.
Dazu gehören: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Juckreiz, trockene Haut, höhere Infektanfälligkeit und gesteigertes Durstgefühl.

An erster Stelle des Therapieplans, beim Diabetes Typ 2, steht die Ernährungsumstellung gekoppelt mit mehr Bewegung und Abbau von Übergewicht. Hinzu kommen können orale Antidiabetika (Tabletten die den Blutzucker senken) und/oder Insulin.

Bei beiden Formen schädigt der zu Hohe Blutzuckerspiegel die Gefäße und Organe. Je früher eine Diabetes-Erkrankung behandelt wird und je besser der Blutzuckerspiegel eingestellt ist, desto geringer sind die Folgeschäden.

Zu den Folgeschäden gehören:

  • Netzhautschäden und Erblindung
  • Nierenerkrankungen (gestörte Nierenfunktion bis hin zur Dialysepflicht)    
  • Herz- Kreislauferkrankungen (Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt)
  • Schlaganfall durch Gefäßablagerungen
  • Diabetischer Fuß (bedingt durch eine schlechte Wundheilung)
  • Nervenschädigungen (Polyneuropathie)

Wichtig ist es, die Betroffenen über die Ursachen und Lebensführung mit ihrer Erkrankung zu schulen und ihnen den Umgang mit den Medikamenten sowie den notwendigen Blutzuckermessungen beizubringen. Wie die Erkankten sich im Falle einer Über (Hyper-) oder Unterzuckerung (Hypoglykämie) verhalten müssen ist mit unter lebenswichtig.

Bei der Pflege von Diabetikern spielt also die Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Körperpflege eine entscheidene Rolle.

Die Haut sollte bei der täglichen Körperpflege im Mittelpunkt stehen, denn diese ist besonders anfällig. Vor allem die Füße müssen besonders sorgfältig behandelt und gepflegt werden, denn schon minimale Verletzungen an den Füßen können zu großen schlecht heilenden Wunden führen. Zu enge Schuhe oder einschnürende Socken sollten vermieden werden, um keine Druckstellen zu provozieren. Zudem haben Diabetiker oftmals ein erhöhtes Sturzrisiko, welches auf Grund von Sehstörungen und Nervenschädigungen entsteht.

Was ist das Diabetische Fußsyndrom?

Diese Erkrankung entwickelt sich in Folge einer Diabeteserkrankung und beinhaltet einen Komplex an Symptomen im Bereich der Füße und Unterschenkel. Nerven und Blutgefäße werden auf Grund eines jahrelangen zu hohen Blutzuckerspiegels geschädigt. In Folge dessen können selbst kleinste Verletzungen schlecht heilen. Es kann mit unter zu tiefen Geschwüren kommen, welche bis zur Amputation führen können.

Welche Risikofaktoren gibt es für den Diabetischen Fuß?

  • Jahrelange zu hohe Blutzuckerwerte
  • Verengte geschädigte Gefäße der Beine
  • Nervenschädigungen
  • Zu enge Schuhe    
  • Hornhaut oder Hühneraugen
  • Übergewicht    
  • Barfußlaufen
  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Mangelnde Fußpflege    

Wie kann man einen Diabetischen Fuß vorbeugen?

  • Tägliche Kontrolle der Füße auf Druckstellen, Läsionen und Verletzungen
  • Füße nur mit lauwarmen Wasser waschen und gründlich abtrocknen
  • Entfernen der Hornhaut
  • Gerades feilen der Fußnägel, zum kürzen eine Nagelschere oder einen -knipser benutzen
  • Eincremen der Füße nach dem abtrocknen
  • Tägliches Wechseln der Strümpfe oder Socken (nicht zu enge Strümpfe oder Socken wählen)
  • Vermeiden von zu engen Schuhen
  • Barfußlaufen vermeiden (Verletzungsrisiko)