Inkontinenz

Harninkontinenz ist der unwillkürliche Harnverlust. Stuhlinkontinenz ist der unwillkürliche Stuhlverlust. Die Inkontinenz ist ein sehr sensibles Thema. Die Betroffenen haben oft ein eingeschränktes Selbstwertgefühl und schämen sich für ihre Erkrankung, was dazu führt, dass sich die Betroffenen oft isolieren und sozial zurück ziehen.
Dabei gibt es Möglichkeiten die Inkontinenz zu behandeln und diese zu kompensieren oder sogar zu heilen.

Formen der Harninkontinenz:

Zum einen gibt es die Belastungsinkontinenz, wobei es bei körperlicher Belastung zu ungewolltem Verlust von Urin kommt. Der Betroffene verspürt zuvor keinen Harndrang. Das zu Grunde liegende Problem liegt hierbei beim Schließmuskel selbst.

Des Weiteren gibt es noch die Dranginkontinenz, wobei Harndrang zwar verspürt wird, der Weg zur Toilette aber nicht geschafft wird.

Die dritte und letzte Form der Harninkontinenz ist die Mischinkontinenz, dabei handelt es sich um eine Mischform aus Drang- und Belastungsinkontinenz.

Risikofaktoren für eine Harninkontinenz:

  • Blasen- oder Nierenerkrankungen
  • Medikamente wie Diuretika
  • Neurologische Erkrankungen
  • Tumore
  • Muskelschwäche
  • Multiple Sklerose
  • Lähmungen
  • bei Männern: Prostataerkrankungen oder nach einer Prostataoperationen
  • bei Frauen: Schwangerschaften    

Eine Stuhlinkontinenz ist oftmals durch die psychische Belastung und der großen Scharm mit einem noch stärkeren sozialen Rückzug verbunden.

Risikofaktoren für eine Stuhlinkontinenz:

  • neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Rückenmarksverletzungen
  • Erkrankungen durch Bakterien oder Viren
  • Krebserkrankungen am Enddarm
  • Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Collitis ulcerosa
  • Schließmuskelverletzungen

Die Pflege der Haut und Hygiene ist bei Inkontinenten Patienten serh wichtig. Zum einen um übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen. Zum anderen um die Hautbarriere zu schützen, durch zum Beispiel: Barrierecreme, PC30V Creme oder Öl, Carvilon und gutem abtrocknen der betroffenen Hautareale um einen Intertrigo (offene wunde Stellen der Haut) zu verhindern.

Zudem ist darauf zu achten, dass man geeignetes Inkontinenzmaterial hat (Größe, Saugstärke und Art) und dieses auch regelmäßig wechselt.

Behandlungen:

Behandlungen der Inkontinenz sind in der Regel davon abhängig, welche Ursachen zu Grunde liegen.

Beckenbodentraining: Muskeln des Beckenbodens und die Schließmuskeln werden trainiert und gestärkt.

Toilettentraining: ist ein spezielles Blasen- und Darmtrainingsprogramm, wobei ganz individuell geplant wird wann und wie oft man auf die Toilette geht.

Medikamente: je nach zu Grunde liegendem Problem gibt es z.B. bei der Dranginkontinenz Medikamente, die die Blasenmuskulatur dämpfen. Bei der Stuhlinkontinenz helfen die Medikamente gegen Durchfälle oder Verstopfungen.

Operationen: zum Beispiel zur Straffung des Schließmuskels