Pflegeversicherungsleistungen

Bei der Tagespflegeeinrichtung handelt es sich um eine Einrichtung in der pflegebedürftige Menschen durch professionelle Pflegekräfte betreut werden, da sie am Tage nicht mehrere Stunden allein in der Häuslichkeit gelassen werden können oder wollen (Beispielsweise bei Demenzerkrankten). Diese Pflegekräfte übernehmen zum einen die Pflege wie zum Beispiel Medikamentengabe, Unterstützung beim Toilettengang oder das herrichten von Mahlzeiten sowie Hilfe bei der Nahrungsaufnahme. Außer der Pflegeleistungen geht es bei der Tagespflege aber auch um soziale Kontakte und Beschäftigungsmaßnahmen sowie der Entlastung der Angehörigen, wenn diese zum Beispiel am Tage ihrem Beruf nachgehen wollen. Die Tagespflegeeinrichtung bietet in der Regel den Transport zur Einrichtung und wieder zurück nach Haus als Leistung mit an.

Die Tagespflege kann erst ab dem Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden und ist eine gute Ergänzung zur Pflege zu Hause durch einen pflegenden Angehörigen oder eines Pflegedienstes.

Je nach Pflegegrad stehen dem Pflegebedürftigen unterschiedlich hohe Beträge für die Tagespflege zu Verfügung:

  • Pflegegrad 2: 689 € monatlich
  • Pflegegrad 3: 1298 € monatlich
  • Pflegegrad 4: 1612 € monatlich
  • Pflegegrad 5: 1995 € monatlich

Das Pflegegeld oder die Pflegesachleistungen bleiben von der Inanspruchnahme der Tagespflege unberührt. Nicht in den Leistung mit enthalten sind die so genannten „Hotelkosten“ , also die Unterbringungs- und Verpflegungskosten (Essen und Trinken). Diese betragen in der Regel ca. 15 Euro pro Tag, hierfür kann beispielsweise auch der Entlastungsbeitrag genutzt werden.

Kurzzeitpflege kann jeder Pflegebedürftige ab einem Pflegegrad 2 in Anspruch nehmen. Die Kurzzeitpflege greift in Krisensituationen, wenn die pflegenden Angehörigen aus eigener Erkrankung heraus die Pflege des Pflegebedürftigen nicht übernehmen können. Außerdem kann die Kurzzeitpflege auch als Überbrückung genutzt werden, wenn die Angehörigen zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt die Wohnung barrierefrei umbauen lassen müssen oder auf einen Pflegeheimplatz warten. Pro Jahr steht dem pflegenden Angehörigen und dem Pflegebedürftigen für die Kurzzeitpflege ein Maximalbetrag von 1612 €, für die Pflege in einer vollstationären Einrichtung, zur Verfügung. Die Kurzzeitpflege darf maximal 8 Wochen im Jahr betragen.

Sollte die Kurzzeitpflege nicht genutzt werden, können 50% der Leistungen aus der Kurzzeitpflege mit in die Verhinderungspflege übernommen werden.

Verhinderungspflege kann jeder Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2 in Anspruch nehmen. Die Verhinderungspflege soll die pflegenden Angehörigen entlasten, wenn diese zum Beispiel in den Urlaub fahren möchten. Die Voraussetzung ist, dass der pflegende Angehörige mindestens 6 Monate die Pflege des Pflegebedürftigen übernommen hat. Pro Jahr steht den pflegenden Angehörigen für die Verhinderungspflege ein Maximalbetrag von 1612 €, für die Pflege durch einen professionellen Pflegedienst, zur Verfügung und darf höchstens 6 Wochen betragen.

Sollte die Verhinderungspflege nicht genutzt werden, können die Leistungen aus der Verhinderungspflege mit in die Kurzzeitpflege übernommen werden.